Ein Mann in seinen Dress Boots, ein camel farbenes Paar Chukka Boots.

Stilbruch oder stilvoll: Männer in Dress Boots

Da heißt es immer, Frauen haben einen Schuhtick. Aber mal ehrlich – wieso sollten nur Frauen diesen Spaß genießen? Auch wir Männer komplettieren einen Look gerne mit dem idealen Paar Schuhe! Welche Art wir dabei auf jeden Fall in unserem Schuhschrank haben sollten: Dress Boots!

Was sind Dress Boots?

Optisch sehen diese Schuh-Modelle aus wie elegante Abendschuhe. Allerdings reicht ihr Schaft über den Knöchel. Sie sind also keine normalen Halbschuhe mehr, aber auch keine richtigen Stiefel. Aus eben diesen haben sie sich jedoch entwickelt. Ursprünglich trugen Männer nämlich im Alltag hohe Reitstiefel und nur zu abendlichen Veranstaltungen Hofschuhe (eine Art Absatzschuh zum Tanzen).

Im Laufe der Zeit verkürzte sich der Schaft immer mehr. Spätestens mit dem Aufkommen des Autos verschwand der hohe Reitstiefel nahezu gänzlich aus dem Alltag. Halbschuhe ersetzten ihn, denn sie waren günstiger und häufig auch bequemer. So kam es, dass die sogenannten Dress Boots offiziell nur die Alternative zu eleganten Schuhen darstellen, wenn das Wetter schlecht ist. Doch eigentlich sind sie viel zu schade, um sie nur bei diesen Gelegenheiten aus dem Schrank zu holen …

Welche Dress Boots gibt es?

Chelsea Boots

Erfunden in den 1830er Jahren vom britischen J. S. Hall, einem Schuhmacher der Königin Victoria, lassen sich diese halbhohen Stiefel auch heute noch immer an Männerfüßen finden. Kein Wunder, denn die Schuhe zeichnen sich durch Schlichtheit, Funktionalität und dennoch Eleganz aus.

Chelsea Dress Boots
Foto: © McArthurGlen, Lizenz: Creative Commons CC BY-SA 2.0, Quelle: Flickr

Meist werden sie aus Leder gefertigt und verfügen anstelle einer Schnürung über zwei elastische Gummiband-Einsätze an den Seiten. Hinten am oberen Schaftrand findet sich außerdem bei vielen Chelsea Boots noch eine Schlaufe, die beim Anziehen helfen soll. Während des Tragens wird diese durch das Hosenbein versteckt und fällt darum nicht negativ auf.

Chukka Boots

Ursprünglich waren die Chukkas eine leichtere Alternative für britische Soldaten im 2. Weltkrieg. Ihr niedrigerer Schaft brachte deutlich mehr Komfort beim Tragen. Entwickelt wurde sie vom Soldaten Nathan Clark, der nach dem Kriegsende sein Design seinem Vater zeigte, der ein Schuhunternehmen leitete. So blieben die Chukka Boots weiterhin modern.

Chukka Dress Boots
Foto: © Robert Sheie , Lizenz: Creative Commons CC BY 2.0, Quelle: Flickr

Ihr deutlichstes Kennzeichen ist wohl die offene Schnürung mit zwei, maximal drei Ösen. Das verwendete Material ist häufig Wildleder. Der Schaft ist recht kurz für einen Dress Boot und die Schuhspitzen sind rund.

Brogue Boots

Schottische Schafhirten haben sich früher Löcher in die Schuhe gestochen, damit das in den moorigen Landschaften eingetretene Wasser schneller wieder ablaufen und die Schuhe trocknen konnten. Aus diesem Zweck entwickelte sich Schritt für Schritt ein optischer Trend, der in die heute bekannten und beliebten Lochmusterungen mündete.

Brogue Dress Boots
Foto: © Spera, Lizenz: Creative Commons CC BY 2.0, Quelle: Flickr

Brogue Boots sind beim flüchtigen Hinblick den Budapestern sehr ähnlich durch ihre Verzierungen. Allerdings haben sie eine abfallende, rundere Schuhspitze. Die meisten Modelle dieser Dress Boots haben eine offene Schnürung.

Lace-Up: Oxford vs. Derby

Apropos Schnürung: Generell gibt es viele Dress Boots, die auch einfach als Schnürstiefel umschrieben werden könnten. Hier gibt es jedoch noch feine Unterschiede, die beachtet werden sollten. Ist die Schnürung offen oder geschlossen? Um das zu erkennen, muss ein Blick auf die Seitenteile der Schuhe geworfen werden.

Ist der Schaftschnitt so konstruiert, dass die beiden seitlichen Teile des Schuhs sich vorn treffen und unter dem Vorderblatt (wo sich der Spann des Fußes befindet) verschwinden, so wird die Schnürung als geschlossen bezeichnet. Solche Modelle heißen Oxford. Wenn jedoch die beiden Seitenteile auf dem Vorderblatt aufliegen und sich nicht treffen, so ist die Schnürung offen. Diese Variante wird Derby genannt.

Wie trägt man(n) Dress Boots?

Prinzipiell gilt: Dress Boots passen eigentlich immer. Du hast einen sehr formellen Geschäftstermin mit Anzug und Krawatte? Zieh farblich passende Oxford Boots an. Die geschlossene Schnürung ist besonders elegant. Geht es etwas legerer zu und du trägst eine Tuchhose, ein Shirt und darüber ein Sakko, passt ein Chelsea Boot wunderbar. Der Look ist sportlich-elegant und modern.

Aber auch in der Freizeit sind Dress Boots ein Wunderwerk an Vielseitigkeit. Jeans und T-Shirt sind deine Go-To-Klamotten? Du magst es lässig und cool? Vervollständige diesen Eindruck mit Schnürstiefeln! Ob nun Brogue, Biker oder aber Chukka – Hauptsache die richtige Attitüde dazu zur Schau stellen. So kleiden Dress Boots dich in allen Lebenslagen.

www.wikipedia.org/wiki/Dress_boot
www.theidleman.com
www.jaimiejacobs.com/blog

Foto: © Robert Sheie, Lizenz: Creative Commons BY 2.0, Quelle: Flickr.com

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